Am Tag des Apostels Bartholomäus erinnert die Kirche an einen Menschen, der von Jesus berufen wurde, ihm nachzufolgen und das Evangelium in die Welt zu tragen. Wie die anderen Apostel gehört Bartholomäus nicht zu den Mächtigen oder Einflussreichen seiner Zeit. Und doch vertraut Christus gerade solchen Menschen seine Botschaft an.
Im Evangelium nach Markus hören wir, wie Jesus die Zwölf beruft, „damit sie bei ihm sein sollten und damit er sie aussende“ (Markus 3). Nachfolge beginnt mit der Gemeinschaft mit Christus und führt hinein in den Dienst an den Menschen. Die Apostel stehen nicht für eigene Stärke, sondern für Gottes Wirken durch zerbrechliche Menschen.
Davon spricht auch der 2. Korintherbrief: „Wir haben diesen Schatz in irdenen Gefäßen.“ (2. Korinther 4,7). Der Glaube lebt nicht aus menschlicher Vollkommenheit, sondern aus der Kraft Gottes, die selbst in Schwachheit sichtbar wird. So wird das Leben der Apostel zum Zeugnis für die Hoffnung, die Christus schenkt.
Der Prophet Jesaja zeichnet zugleich ein Bild von Gottes kommender Gerechtigkeit und Freude: Wie ein Bräutigam und eine Braut festlich geschmückt sind, so will Gott sein Volk mit Heil und Frieden bekleiden. Diese Hoffnung trägt auch den Beter des Psalms 43, der Gott bittet: „Sende dein Licht und deine Wahrheit.“
Der Gedenktag des Apostels Bartholomäus lädt uns ein, neu auf Gottes Ruf zu hören, Christus zu vertrauen und sein Licht in unserem Alltag sichtbar werden zu lassen – nicht aus eigener Kraft, sondern getragen von seiner Gegenwart.