Das evangelische Kirchenjahr beginnt mit dem ersten Advent und endet mit dem Ewigkeitssonntag, dem letzten Sonntag vor dem nächsten ersten Advent. Die letzten Wochen dieses Jahreskreises tragen einen eigenen, unverwechselbaren Charakter: Sie wenden den Blick vom Ablauf der Zeit hin zum Ende der Zeit, von der Geschichte hin zur Ewigkeit.
Am Ende des Kirchenjahres stehen der drittletzte, der vorletzte und der letzte Sonntag des Kirchenjahres. Dem letzten Sonntag – dem Ewigkeitssonntag – geht am Mittwoch zuvor der Buß- und Bettag voraus. Er ist in Deutschland heute nur noch in Sachsen ein staatlicher Feiertag, wird aber als kirchlicher Feiertag in der gesamten evangelischen Kirche begangen. Als Tag der Selbstbesinnung, des Gebets und der Buße trägt er wie die Advents- und Fastenzeit die liturgische Farbe Violett.
Der vorletzte Sonntag des Kirchenjahres fällt in Deutschland auf den Volkstrauertag. An diesem Tag wird in vielen Gemeinden der Opfer der Kriege gedacht, insbesondere der beiden Weltkriege. Kränze werden an Denkmälern niedergelegt; der Tag soll mahnen und daran erinnern, wie kostbar ein Leben in Frieden ist.
Den Abschluss des Kirchenjahres bildet der Ewigkeitssonntag, auch Totensonntag genannt. Für diesen letzten Sonntag werden in der evangelischen Kirche zwei unterschiedliche Proprien angeboten: Ewigkeitssonntag und Totensonntag. Die liturgische Farbe ist Weiß, wenn die Hoffnung der Auferstehung im Vordergrund steht; auch Grün ist möglich. In vielen Gemeinden werden die Namen der Verstorbenen des zu Ende gehenden Kirchenjahres verlesen und Kerzen für sie angezündet. Manche Gemeinden halten Andacht auf dem Friedhof.
Der Wochenspruch des Ewigkeitssonntags fasst die Haltung dieser Zeit zusammen: „Lasset eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen.“ (Lukas 12,35). Der Blick geht hinaus über die Zeit hin zu Gottes Ewigkeit. Die Texte des Tages – darunter Offenbarung 21,1–7 mit der Vision eines neuen Himmels und einer neuen Erde sowie das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen (Matthäus 25,1–13) – richten die Gemeinde auf diese Hoffnung aus. Nach kirchenjahr-evangelisch.de lautet die Kernaussage des Tages: Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein.