Wochenspruch
„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“
2. Korinther 5,17
Christusträger – Märtyrer, Legende und Spiegel aller Christen

Wir wissen nicht viel über den heiligen Christophorus: Er gehörte wohl zu denjenigen Christen, die unter der Verfolgung des Kaisers Decius in der Mitte des 3. Jahrhunderts in Kleinasien ihr Leben ließen. Wegen seines Namens – übersetzt: Christusträger – und der sich daraus ableitenden Legende, er habe das Christuskind auf seinen Schultern durch einen reißenden Fluss getragen, wurde er zum Schutzpatron der Reisenden.

Ist die Christophorus-Plakette, die man in manchen Autos findet, ein magisches Zeichen? Sie ist seit dem 5. Jahrhundert in Chalkedon (heutige Türkei) nachweisbar. Erst die Legende machte Christophorus zu jenem Riesen mit Namen Offerus (lat. der sich Aufopfernde), der immer nur dem Mächtigsten dienen will. Schließlich trägt er Pilger über einen reißenden Fluss, bis er eines Tages Christus auf die Schultern nimmt und dabei unter der Last des Weltenschöpfers fast zusammenbricht. Von ihm im Fluss getauft, erhält Offerus den Namen Christofferus (griech. Christophoros).

Als Patron der Pilger und Reisenden scheint Christophorus heute nur konsequent auch für den Verkehr und die Verkehrsteilnehmer „zuständig“ zu sein. Dabei gibt es wirkliche und wesentliche Bezüge zu seinem Leben und seiner Legende. Wer eine Plakette mit dem Bild des Heiligen, der einen schweren Baumstamm als Stab in der Hand und das Christuskind auf den Schultern trägt, im Auto hat, mag im Blick auf sie an drei Dinge denken, die uns als Christen wichtig sind.

Zunächst das: Christophorus war einer, der an Christus geglaubt und seinetwegen sogar sein Leben hingegeben hat. Wie auch immer die genaueren Umstände gewesen sein mögen – er hat sich seines Tauf- und Glaubensbekenntnisses würdig erwiesen und erfährt daher wie die übrigen Märtyrer und anderen Heiligen unsere Hochschätzung zu Recht.

Ein Zweites: Jede Fahrt und Reise ist auch ein Bild unseres Lebens. Das Tagesgebet am Gedenktag des heiligen Christophorus spricht von den vielen Gefahren, die uns auf unserem Lebensweg bedrohen, und bittet, dass wir „Christus in uns tragen und mit unseren Weggefährten sicher zum Ziel gelangen, für das wir geschaffen sind“. Der Blick auf den Heiligen hilft uns, nie zu vergessen, dass wir noch nicht am Ziel, sondern als Pilger unterwegs sind zu Gott.

Und schließlich: Christophorus ist Patron eigentlich aller Christen, denn sein Name bedeutet Christusträger. Das aber sollen wir alle sein. Oft erscheint uns das, was damit an Konsequenzen verbunden ist, zu schwer: der Glaube, die Kirche, Gott selbst. Dann wieder erfahren wir, dass wir davon auch gehalten werden, dass in unserem Dienst an Gott uns letztlich Gott selbst dient.

Christophorus ist keine Märchen- oder Sagengestalt – den heiligen Christophorus gab es wirklich, auch wenn er später zunehmend „sagenhaft“ wurde. Er ist auch ein Bild für uns alle: Menschen, die mit ihrer ganzen Kraft und Schwäche Christus durch die Fluten dieser Welt tragen – und dabei erfahren, dass er es ist, der uns trägt. Er ist ein Bild für unser Untwerwegssein: Christophorus sind wir selbst.

Α
Ω
Heiliger Christophorus
Gedenktag – 24. Juli 
Tagesspruch
„Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße des Freudenboten, der da Frieden verkündigt, Gutes predigt, Heil verkündigt, der da sagt zu Zion: Dein Gott ist König!.“
Jesaja 52,7
Aus dem Tagesgebet
„Dass wir Christus in uns tragen und mit unseren Weggefährten sicher zum Ziel gelangen, für das wir geschaffen sind.“
Patron
der Reisenden, Pilger und Kraftfahrer · der Fährleute · der Apotheker · aller Christen als Christusträger
Bauernregel
„Wie das Wetter an St. Christoph, so bleibt es oft noch lange drob.“
Bildeindrücke
Heiliger Christophorus – Gedenktag 24. Juli
Flügelaltar »Die Perle von Brabant«, rechter Flügel

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