Wochenspruch
„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“
2. Korinther 5,17
Der Name über alle Namen – Jesu Beschneidung am achten Tag

Der 1. Januar ist im evangelischen Kirchenjahr der Tag der Beschneidung und Namensgebung Jesu – ein stilles, aber tiefes Christusfest am Beginn des neuen Jahres (liturgische Farbe: Weiß). Acht Tage nach Weihnachten, so berichtet der Evangelist Lukas in wenigen, dichten Worten: „Als acht Tage um waren und er beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, welchen der Engel genannt hatte, ehe er im Mutterleib empfangen wurde.“ (Lukas 2,21) Der Name Jesus – auf Hebräisch Jehoschua – bedeutet „Gott rettet“. Er ist kein bloßer Eigenname, sondern Programm, Verheißung und Auftrag zugleich, denn er wurde dem Kind bereits vor seiner Empfängnis durch den Engel verkündet.

Mit der Beschneidung tritt Jesus in jenen Bund ein, den Gott einst mit Abraham geschlossen hatte. In 1. Mose 17 offenbart sich Gott dem Abram und gibt ihm einen neuen Namen: Abraham, „Vater vieler Völker“. Zugleich setzt Gott die Beschneidung als sichtbares Zeichen dieses Bundes an alle männlichen Nachkommen ein – als Mal des ewigen Paktes zwischen Gott und seinem Volk (1. Mose 17,11). Indem Jesus am achten Tag beschnitten wird, erfüllt er als wahrhaftiger Sohn Abrahams das Zeichen des alten Bundes am eigenen Leib und stellt sich damit freiwillig unter das Gesetz des Mose. Er ist nicht, um des Gesetzes Herr zu werden, gekommen, sondern um es zu erfüllen (Matthäus 5,17).

Dieser Gehorsam unter das Gesetz hat nach dem Apostel Paulus einen tiefen Sinn: „Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, auf dass er die, so unter dem Gesetz waren, erlöste, damit wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr nun Kinder seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater!“ (Galater 4,4–6). Jesus nimmt die Last des Gesetzes auf sich, nicht um uns ihr zu unterwerfen, sondern um uns davon zu befreien. Durch ihn sind wir nicht mehr Knechte, sondern Kinder – ja Erben – Gottes (Galater 4,7).

In diesen Zusammenhang fügt sich der Lobgesang des Psalms 8 ein, der am heutigen Festtag als Lesungstext erklingt: „Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde!“ (Psalm 8,2). Der Name Gottes erfüllt die gesamte Schöpfung – vom Lobpreis der Kinder und Säuglinge (Vers 3) über das Staunen vor dem Sternenzelt bis hin zum Menschen, dem Gott in seiner Gnade Würde und Herrschaft über sein Werk verliehen hat (Verse 6–9). Der Psalm preist die Herrlichkeit des göttlichen Namens in der Schöpfung. Im Namen Jesu verdichtet und offenbart sich eben dieser Name Gottes: In ihm – dem Menschensohn, von dem Psalm 8 gleichnishaft spricht – begegnet uns Gott persönlich. Und dieser Name ist es, der Unheil wendet, Verlorene heimführt und zuletzt dem Tod die Macht nimmt.

Das Fest der Beschneidung und Namensgebung Jesu lädt uns ein, am Beginn des neuen Jahres innezuhalten. Mit dem Namen Jesu beginnen wir das Jahr – nicht allein mit guten Vorsätzen, sondern mit dem Vertrauen in den, der seinen Namen als Heilszusage in unsere Geschichte hineingeschrieben hat. Wie Abraham einen neuen Namen empfing und dadurch in einen neuen Lebensbund mit Gott trat, so sind auch wir durch die Taufe auf den Namen Jesu Christi in diesen Bund hineingenommen worden. Wir sind nicht mehr Fremde und Ausländer, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes (Epheser 2,19) – Kinder, die ihren Vater mit „Abba“ anrufen dürfen.

Α
Ω
Beschneidung und Namensgebung Jesu
Christusfest – 1. Januar
Tagesspruch
„Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.“
Hebräer 13,8
Die Bibelstellen im Überblick

Psalm 8,2–10 – Der Lobgesang auf den herrlichen Namen Gottes in der Schöpfung bildet den Rahmen des Festes. Der Psalmist staunt: Gott, der die Himmel bereitet hat, wendet sich dem schwachen Menschen zu und verleiht ihm Würde und Herrschaft über sein Werk. Im Namen Jesu, des Menschensohns, findet sich diese Zusage endgültig erfüllt.

1. Mose 17,1–13.23–27 – Gottes Bund mit Abraham: Gott erscheint Abram und schließt mit ihm einen unvergänglichen Bund. Er gibt Abram den neuen Namen Abraham und setzt die Beschneidung als Bundeszeichen ein, das an alle Söhne weiterzugeben ist. Abraham vollzieht die Beschneidung noch am selben Tag an sich, an Ismael und an allen Männern seines Hauses – ein Zeichen des Gehorsams und des vorbehaltlosen Vertrauens in die Verheißung Gottes.

Galater 4,4–7 – Der Apostel Paulus entfaltet die Heilsbedeutung von Jesu Gehorsam unter das Gesetz: In der Fülle der Zeit sandte Gott seinen Sohn, der als Mensch geboren und beschnitten wurde, um die unter dem Gesetz zu erlösen. Das Ziel: dass wir die Sohnschaft empfangen. Weil wir Kinder sind, hat Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen gesandt, der uns „Abba, lieber Vater“ rufen lässt. Wir sind nicht mehr Knechte, sondern Erben durch Gott.

Lukas 2,21 – Das Evangelium fasst das ganze Fest in einen einzigen Vers: Acht Tage nach der Geburt wird das Kind beschnitten und empfängt den Namen Jesus – jenen Namen, den der Engel Gabriel der Maria verkündigt hatte, noch bevor das Kind empfangen wurde (Lukas 1,31). In dieser doppelten Handlung – Beschneidung und Namensgebung – wird Jesus in die Gemeinschaft des Volkes Israel und in die Heilsgeschichte Gottes eingeschrieben.

Bildeindrücke
Beschneidung und Namensgebung Jesu
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