Wochenspruch
„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“
2. Korinther 5,17
Die Säulen der Kirche – Bekenntnis und Sendung

Am 29. Juni feiert die Kirche das Fest der Apostel Petrus und Paulus – zwei Männer, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch gemeinsam als Säulen der einen Kirche gelten (Galater 2,9). Hier der Fischer aus Galiläa, der als erster Berufene in der Gemeinschaft Jesu aufwuchs; dort der Pharisäer aus Tarsus, der Christus erst auf dem Weg nach Damaskus begegnete und die Gemeinde zuvor verfolgt hatte. Und doch verbindet beide: das unbedingte Bekenntnis zu Jesus Christus und das Martyrium in Rom, durch das sie ihr Zeugnis mit dem Leben besiegelten. Die liturgische Farbe Rot erinnert uns an eben dieses Martyrerblut.

Den Mittelpunkt des Festes bildet das Bekenntnis des Petrus bei Cäsarea Philippi (Matthäus 16,13–19). Jesus fragt seine Jünger: „Für wen halten mich die Menschen?“ – und es ist Simon, der antwortet: „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Jesus preist ihn selig: Nicht Fleisch und Blut haben ihm das geoffenbart, sondern der Vater im Himmel. Und er gibt Simon einen neuen Namen: Petrus – der Fels. Auf diesem Fels des Bekenntnisses, so verheißt Jesus, will er seine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Diese Zusage ist keine Ehrung des Charakters des Simon – derselbe Petrus wird Jesus wenige Stunden vor der Kreuzigung dreimal verleugnen. Sie ist eine Verheißung der Gnade: Gott baut seine Kirche auf Menschen, die versagen und dennoch bekennen. Das Bekenntnis selbst ist das Fundament, nicht die Makellosigkeit des Bekenners.

Paulus entfaltet im Galaterbrief (2,2–21) eine erstaunlich offene Chronik der frühen Kirche. Er schildert das Apostelkonzil in Jerusalem, bei dem er mit Petrus (Kephas), Jakobus und Johannes – den „Säulen“ – eine Einigung erzielte: Paulus sollte zu den Heiden gehen, Petrus zu den Beschnittenen (Galater 2,7–9). Wenig später aber schildert Paulus den offenen Streit mit Petrus in Antiochia, wo er ihm „ins Angesicht widerstand“ (Galater 2,11), weil Petrus aus Furcht vor den Judenchristen sein Verhalten änderte und damit die Einheit des Evangeliums gefährdete. Dieses Zeugnis ist bemerkenswert: Die Kirche ist von Beginn an auf fehlbare, streitende Menschen gebaut – und dennoch auf den Christus, dem beide dienen. Das Kapitel gipfelt in Paulus' großer Aussage: „Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir.“ (Galater 2,20) Darin sind Petrus und Paulus, so verschieden sie sind, eins.

Den prophetischen Horizont des Festes öffnet Jeremia 16,16–21. Gott kündigt an, er werde Fischer und Jäger aussenden, um sein Volk zusammenzuholen: „Ich sende nach vielen Fischern… und die sollen sie fischen.“ Das Bild des Fischers trifft ins Herz der Berufungsgeschichte des Petrus, dem Jesus sagte: „Von nun an wirst du Menschen fangen.“ (Lukas 5,10) Der Prophet sieht aber noch weiter: Am Ende werden die Völker von den Enden der Erde kommen und bekennen, dass ihre Väter nur Lüge und Nichtigkeit geerbt haben (Jeremia 16,19). Genau dafür steht Paulus: Er ist der Apostel, durch den dieses Kommen der Heiden zur Wirklichkeit wurde.

Psalm 22,23–29 schließt den Kreis mit einem großen Lobgesang: Der Leidende, der in den ersten Versen des Psalms seinen Gott um Hilfe anruft, bricht am Ende in Jubel aus. „Die Enden der Erde werden sich besinnen und werden sich zu dem HERRN bekehren, und vor ihm werden anbeten alle Geschlechter der Völker.“ (Psalm 22,28) Dieser universale Lobpreis ist die Vision, auf die Petrus und Paulus zugearbeitet haben – jeder auf seine Weise, im Gehorsam gegen die eine Sendung. Das Fest lädt uns ein, an diesem Zeugnis festzuhalten: Ein Bekenntnis, das nicht schweigt; eine Sendung, die nicht Halt macht vor Grenzen; ein Lobpreis, der alle Enden der Erde erreichen will.

Α
Ω
Apostel Petrus und Paulus
Gedenktag – 29. Juni
Tagesspruch
„Mit großer Kraft bezugeten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen.“
Apostelgeschichte 4,33
Bildeindrücke
Petrus und Paulus
Petrus und Paulus – der Fischer und der Schriftgelehrte: zwei Wege, ein Bekenntnis, ein Christus

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