Am Gedenktag der Apostel Simon und Judas Thaddäus erinnert die Kirche an zwei Jünger Jesu, über deren Leben nur wenig überliefert ist – und die doch ihren festen Platz unter den Aposteln haben. Gerade darin liegt eine besondere Botschaft: Nicht Bekanntheit oder Größe machen einen Menschen wichtig, sondern die Berufung durch Christus und die Treue im Glauben.
Die Apostel Simon und Judas gehören zu denen, die Jesus in seine Nachfolge gerufen und ausgesandt hat. Ihr Dienst geschah oft im Verborgenen, und dennoch wurden sie zu Zeugen des Evangeliums. Ihr Gedenktag erinnert daran, dass Gottes Geschichte auch durch Menschen geschrieben wird, die nicht im Mittelpunkt stehen.
Im Evangelium nach Johannes spricht Jesus zu seinen Jüngern von Liebe und Nachfolge: „Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt.“ Zugleich verschweigt er nicht, dass die Nachfolge auch Widerstand und Ablehnung mit sich bringen kann. Wer Christus folgt, lebt aus seiner Liebe und bleibt doch mitten in den Herausforderungen dieser Welt.
Die Apostelgeschichte zeigt die Jünger nach Christi Himmelfahrt im gemeinsamen Gebet versammelt. Noch bevor sie ausgesandt werden, warten sie gemeinsam auf Gottes Geist. So wird deutlich: Die Kraft der Kirche wächst aus Gebet, Gemeinschaft und Vertrauen auf Gottes Wirken.
Der Psalm 145 stimmt ein in das Lob Gottes: „Ich will dich erheben, mein Gott und König.“ Gottes Güte und Treue tragen durch alle Zeiten hindurch. Er richtet die Gebeugten auf und bleibt denen nahe, die ihn anrufen.
Auch das Lied des Mose aus dem 5. Buch Mose bezeugt Gottes Verlässlichkeit: „Alle seine Wege sind recht.“ Menschen mögen begrenzt und fehlbar sein, doch Gottes Handeln bleibt gerecht und treu.
Der Gedenktag der Apostel Simon und Judas lädt uns ein, neu über unsere eigene Berufung nachzudenken. Auch uns ruft Christus in seine Nachfolge – sichtbar oder verborgen, bekannt oder unscheinbar. Entscheidend ist nicht menschlicher Ruhm, sondern das Vertrauen auf Gottes Liebe und die Bereitschaft, ihr im Alltag Raum zu geben.
Judas Thaddäus: der Hoffnungslosen und Verzweifelten; Patron in aussichtslosen Anliegen