Der 1. Sonntag nach dem Christfest lenkt unseren Blick auf das Geheimnis der Menschwerdung Gottes, das in Jesus Christus sichtbar geworden ist. Noch klingt die Freude von Weihnachten nach – und zugleich erzählt dieser Sonntag davon, wie Gottes Licht seinen Weg in die Welt und in die Herzen der Menschen findet.
Im Evangelium nach Lukas wird Jesus von Maria und Josef in den Tempel gebracht. Dort begegnen ihm Simeon und Hanna, zwei Menschen, die voller Hoffnung auf Gottes Rettung gewartet haben. Simeon erkennt in dem Kind den verheißenen Heiland und spricht: „Meine Augen haben deinen Heiland gesehen.“ In Jesus erfüllt sich Gottes Zusage an sein Volk – Licht für die Welt und Trost für die Menschen.
Der Prophet Jesaja spricht von Gottes bleibender Liebe: „Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet.“ Kein Mensch ist von Gott vergessen. Gerade in den Unsicherheiten und Belastungen unseres Lebens gilt seine Nähe und Treue.
Der Psalm 71 verbindet sich mit diesem Vertrauen. Der Beter schaut auf sein Leben zurück und erkennt: Gott hat ihn von Jugend an getragen und begleitet. So wird der Psalm zu einem Gebet um Bewahrung und Hoffnung – für junge und alte Menschen gleichermaßen.
Auch der 1. Johannesbrief bezeugt die Freude über das Leben, das in Christus sichtbar geworden ist: „Was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unsern Augen … das verkündigen wir auch euch.“ Der Glaube gründet nicht in einer Idee, sondern in der Begegnung mit dem lebendigen Christus.
So lädt uns dieser Sonntag ein, die Weihnachtsbotschaft weiterzutragen: Gott kommt uns nahe, begleitet unser Leben und schenkt Licht, das auch in den dunklen Zeiten nicht vergeht.