Der Sonntag Reminiszere – der 2. Sonntag der Fasten- und Passionszeit – hat seinen Namen vom lateinischen Beginn des sechsten Verses des heutigen Psalms 25: „Reminiscere miserationum tuarum, Domine, et misericordiae tuae“ – „Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Gnade.“
Im heutigen Psalm wenden wir uns voller Demut und Vertrauen an Gott, auf dessen Barmherzigkeit wir angewiesen sind. Diese Barmherzigkeit Gottes verlangt jedoch eine Entsprechung im menschlichen Verhalten, sodass jeder Christ unter dem Anspruch steht, in der Nachfolge Jesu auch als Christ zu leben. Das klingt im heutigen Evangelium (Johannes 3, 14–21) und im Brief des Paulus (1. Thessalonicher 4, 1–7) an: Gott will unsere Heiligung, die mit dem Empfang der Taufgnade begann. Diesen Zuspruch gibt uns auch die Epistel aus dem Römerbrief (Römer 5, 1–11): Paulus zeigt sich gewiss, dass Gott uns barmherzig ist und uns durch Christus durch alle Bedrängnisse, Versuchungen und Leiden hindurch bewahrt.
Wer sich auf ein Leben nach Gottes Geboten einlässt und auf ihn hört, wie es das Evangelium sagt (Johannes 3,21), macht wie Paulus die Erfahrung, dass es gut ist, beim Herrn zu sein – und dass sich die geistliche Mühe eines christlichen Lebens lohnt.