Wochenspruch
„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“
2. Korinther 5,17
13. Sonntag nach Trinitatis – Barmherzigkeit üben

Der 13. Sonntag nach Trinitatis steht in der evangelisch-lutherischen Tradition unter dem Thema „Barmherzigkeit üben". Die biblischen Texte dieses Sonntags erinnern daran, dass Gottes Liebe den Menschen nicht nur tröstet und rettet, sondern ihn zugleich zu einem Leben der Liebe und des Mitgefühls ruft. Christlicher Glaube zeigt sich dort als lebendig, wo Menschen die Not anderer sehen, sich berühren lassen und helfen — unabhängig von Herkunft, Ansehen oder persönlichem Vorteil.

Der Psalm dieses Sonntags beschreibt den Menschen als gesegnet, der Gott vertraut und barmherzig handelt. Der Gerechte teilt großzügig mit den Bedürftigen, bleibt standhaft in schwierigen Zeiten und lebt aus dem Vertrauen auf Gottes Treue. In evangelisch-lutherischer Deutung wird deutlich: Gute Werke entstehen nicht aus Zwang oder dem Wunsch nach eigener Anerkennung, sondern aus dem Glauben an Gottes Güte. Wer selbst Gottes Barmherzigkeit erfahren hat, kann auch anderen barmherzig begegnen.

Im dritten Buch Mose gibt Gott seinem Volk Weisungen für ein gerechtes und mitmenschliches Leben. Die Schwachen sollen nicht unterdrückt, Fremde nicht ausgegrenzt und Mitmenschen nicht gehasst werden. „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ wird hier zum grundlegenden Maßstab des Zusammenlebens. Diese Gebote zeigen, dass Gottes Wille immer dem Schutz des Lebens und der Würde des Menschen dient. Gottes Heiligkeit soll sich im Alltag der Menschen widerspiegeln — in Gerechtigkeit, Ehrlichkeit und Barmherzigkeit.

Der erste Johannesbrief führt diesen Gedanken weiter und stellt die Liebe in die Mitte des christlichen Glaubens. „Lasst uns einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott.“ Gottes Liebe wird sichtbar in Jesus Christus, der sein Leben für die Menschen gegeben hat. Nach evangelisch-lutherischem Verständnis lebt der Mensch nicht zuerst aus eigener Liebesfähigkeit, sondern aus der Liebe Gottes, die ihn trägt und verwandelt. Wo Gottes Liebe im Herzen Raum gewinnt, wächst auch die Bereitschaft, anderen in Geduld und Mitgefühl zu begegnen.

Das Evangelium nach Lukas erzählt das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Ein verletzter Mensch bleibt am Straßenrand liegen, während andere achtlos vorübergehen. Erst der Samariter, der selbst als Fremder und Außenseiter galt, hilft ohne Vorbehalte. Jesus macht deutlich, dass wahre Nächstenliebe nicht nach Grenzen oder Verdiensten fragt. Barmherzigkeit zeigt sich im konkreten Handeln — dort, wo Menschen sich dem Leid anderer zuwenden und Hilfe schenken.

So lädt der 13. Sonntag nach Trinitatis dazu ein, Gottes Liebe neu zu vertrauen und sie im Alltag sichtbar werden zu lassen. Barmherzigkeit üben bedeutet, nicht gleichgültig zu bleiben, sondern sich von Gottes Mitgefühl prägen zu lassen. In einer Welt voller Härte, Ausgrenzung und Egoismus erinnert dieser Sonntag daran, dass Christen dazu berufen sind, Zeichen der Liebe Gottes zu setzen. Wo Menschen einander mit offenen Augen und offenen Herzen begegnen, wird etwas von Gottes Reich sichtbar.

Α
Ω
13. Sonntag nach Trinitatis
Trinitatiszeit
Wochenspruch
„Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“
Matthäus 25,40b
Bildeindruck
13. Sonntag nach Trinitatis
Barmherzigkeit üben – Wo Menschen einander mit offenen Augen und offenen Herzen begegnen, wird etwas von Gottes Reich sichtbar

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