Wochenspruch
„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“
2. Korinther 5,17
22. Sonntag nach Trinitatis – Schuld vergeben

Der 22. Sonntag nach Trinitatis steht in der evangelisch-lutherischen Tradition unter dem Thema „Schuld vergeben". Die biblischen Texte dieses Sonntags führen hinein in die Wirklichkeit menschlicher Schuld und zugleich in die befreiende Kraft der göttlichen Vergebung. Sie erinnern daran, dass kein Mensch ohne Schuld vor Gott bestehen kann und dass Vergebung nicht aus menschlicher Leistung erwächst, sondern allein aus Gottes erbarmender Gnade.

Der Psalm dieses Sonntags ist das Gebet eines Menschen, der seine Not und Schuld vor Gott bringt. Der Beter sucht Zuflucht bei Gott und vertraut darauf, dass Gottes Treue größer ist als menschliches Versagen. Besonders eindringlich klingt die Bitte nach Leitung und Erneuerung des Herzens. In evangelisch-lutherischer Deutung wird hier sichtbar, dass der Mensch seine Schuld nicht verdrängen oder rechtfertigen soll, sondern sie im Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit vor ihn bringen darf.

Der Prophet Jesaja verkündet dem Volk Israel die tröstliche Zusage Gottes: „Ich tilge deine Übertretungen wie eine Wolke.“ Gott vergibt nicht zögernd oder widerwillig, sondern aus freier Liebe. Schuld muss nicht das letzte Wort über das Leben eines Menschen behalten. Die Vergebung Gottes schafft einen neuen Anfang und ruft den Menschen zurück in die Gemeinschaft mit ihm. So wird deutlich: Gottes Gnade ist stärker als die Macht der Sünde.

Im Römerbrief beschreibt Paulus den inneren Kampf des Menschen. Er erkennt das Gute, vermag es aber aus eigener Kraft nicht vollkommen zu tun. Der Mensch erlebt sich gefangen zwischen Gottes gutem Willen und der Macht der Sünde. Diese ehrliche Selbstbeschreibung entspricht der lutherischen Erkenntnis vom Menschen als zugleich gerechtfertigt und doch weiterhin angefochten. Die Erlösung kommt nicht aus menschlicher Anstrengung, sondern allein durch Jesus Christus, der den Menschen aus der Verstrickung der Schuld befreit.

Das Evangelium nach Matthäus erzählt das Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht. Ein Diener empfängt unermessliche Vergebung von seinem Herrn, verweigert aber selbst seinem Mitknecht die Barmherzigkeit. Jesus macht damit deutlich, dass empfangene Vergebung den Menschen verändert und ihn befähigt, auch anderen zu vergeben. Vergebung ist keine Schwäche, sondern Ausdruck der Liebe Gottes, die durch den Menschen weiterwirkt. Wer Gottes Gnade empfängt, wird zugleich gerufen, diese Gnade im Umgang mit anderen sichtbar werden zu lassen.

So lädt der 22. Sonntag nach Trinitatis dazu ein, ehrlich auf die eigene Schuld zu schauen und zugleich auf Gottes grenzenlose Barmherzigkeit zu vertrauen. Vergebung eröffnet neue Freiheit und neue Gemeinschaft — mit Gott und untereinander. In Christus spricht Gott dem Menschen seine Schuld nicht nur ab, sondern schenkt ihm einen neuen Anfang. Wo Menschen aus dieser Vergebung leben, können Versöhnung, Frieden und neue Hoffnung wachsen.

Α
Ω
22. Sonntag nach Trinitatis
Trinitatiszeit
Wochenspruch
„Bei dir ist die Vergebung, dass man dich fürchte.“
Psalm 130,4
Bildeindruck
22. Sonntag nach Trinitatis
Schuld vergeben – Gottes Gnade schenkt Versöhnung und neuen Anfang

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