Wochenspruch
„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“
2. Korinther 5,17
5. Sonntag nach Trinitatis – Dem rettenden Ruf folgen

Der 5. Sonntag nach Trinitatis steht in der evangelisch-lutherischen Tradition unter dem Leitgedanken des Rufes Gottes, der Menschen aus ihrem gewohnten Leben herausführt und in die Nachfolge Christi stellt. Das Thema „Dem rettenden Ruf folgen" verbindet die biblischen Texte dieses Sonntags zu einer gemeinsamen Botschaft: Gott ruft Menschen nicht wegen ihrer Stärke oder Vollkommenheit, sondern aus Gnade. Wer seinem Wort vertraut, erfährt neue Orientierung, neues Leben und eine neue Gemeinschaft mit ihm.

Der Psalm beschreibt zunächst die innere Not des Menschen angesichts von Zweifel, Ungerechtigkeit und eigener Schwachheit. Der Beter ringt mit der Frage, warum Hochmut und Gottvergessenheit oft erfolgreich erscheinen. Doch mitten in dieser Anfechtung erkennt er neu: „Dennoch bleibe ich stets an dir.“ Gottes Nähe wird zum eigentlichen Halt des Lebens. Nicht äußerer Erfolg trägt den Menschen, sondern die Treue Gottes, die auch dann bleibt, wenn eigene Kraft und Gewissheit schwinden.

In der Berufung Abrams wird sichtbar, wie Gottes Ruf Menschen aufbrechen lässt. Abram verlässt seine Heimat und seine Sicherheiten allein im Vertrauen auf Gottes Verheißung. Die lutherische Auslegung erkennt darin ein Urbild des Glaubens: Nicht der Mensch findet aus eigener Kraft zu Gott, sondern Gott spricht sein Wort und schafft Vertrauen. Der Glaube lebt aus dem Hören auf Gottes Ruf und aus dem Mut, sich von ihm führen zu lassen, auch wenn der Weg noch verborgen ist.

Der Apostel Paulus erinnert die Gemeinde in Korinth daran, dass Gottes Rettung nicht nach menschlicher Weisheit oder Machtmaßstäben geschieht. Das Wort vom Kreuz erscheint vielen als Schwäche oder Torheit, doch gerade darin offenbart sich Gottes rettende Kraft. Der Mensch kann sich sein Heil nicht selbst schaffen; Christus allein ist die Weisheit und Stärke Gottes. So widerspricht das Evangelium aller menschlichen Selbstsicherheit und lädt dazu ein, allein auf Gottes Handeln zu vertrauen.

Im Evangelium begegnet Simon Petrus dem rettenden Ruf Jesu am See Genezareth. Nach einer erfolglosen Nacht fordert Jesus ihn auf, die Netze noch einmal auszuwerfen. Gegen alle Erfahrung vertraut Petrus dem Wort Jesu — und erfährt die Fülle des Segens Gottes. Zugleich erkennt er seine eigene Unwürdigkeit vor der Heiligkeit Christi. Doch Jesus weist ihn nicht zurück, sondern beruft ihn: „Fürchte dich nicht; von nun an wirst du Menschen fangen.“ Der Ruf Jesu führt nicht in Angst, sondern in eine neue Zukunft und in den Dienst für andere Menschen.

So lädt der 5. Sonntag nach Trinitatis dazu ein, Gottes rettenden Ruf neu zu hören und ihm zu folgen. Wo Menschen auf Christus vertrauen, dürfen sie erfahren, dass Gottes Kraft gerade in menschlicher Schwachheit wirksam wird. Der Ruf in die Nachfolge bleibt bis heute ein Ruf in Vertrauen, Hoffnung und lebendige Gemeinschaft mit Christus.

Α
Ω
5. Sonntag nach Trinitatis
Trinitatiszeit
Wochenspruch
„Aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es.“
Epheser 2,8
Bildeindruck
5. Sonntag nach Trinitatis
Der Ruf Jesu führt in eine neue Zukunft und in den Dienst für andere Menschen

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