Wochenspruch
„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“
2. Korinther 5,17
9. Sonntag nach Trinitatis – Anvertraute Gaben einsetzen

Der 9. Sonntag nach Trinitatis steht in der evangelisch-lutherischen Tradition unter dem Thema „Anvertraute Gaben einsetzen". Die biblischen Texte dieses Sonntags erinnern daran, dass Gott jedem Menschen Fähigkeiten, Möglichkeiten und Aufgaben anvertraut. Diese Gaben sollen nicht verborgen oder nur für den eigenen Vorteil genutzt werden, sondern im Vertrauen auf Gott zum Wohl anderer und zur Ehre Gottes eingesetzt werden. Dabei steht nicht menschliche Leistung im Mittelpunkt, sondern die Antwort des Glaubens auf Gottes Ruf und seine Gnade.

Der Psalm dieses Sonntags beschreibt die tiefe Sehnsucht des Menschen nach Gottes Nähe. „Gott, du bist mein Gott, den ich suche.“ Der Beter erkennt, dass Gottes Güte wertvoller ist als alles Leben. Wer sich an Gott hält, gewinnt Halt und Orientierung. In evangelisch-lutherischer Deutung wird deutlich: Alle Gaben des Menschen erhalten ihren Sinn erst in der Beziehung zu Gott. Nicht Besitz, Erfolg oder Anerkennung geben dem Leben seinen eigentlichen Wert, sondern die Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott.

Der Prophet Jeremia erzählt von seiner Berufung. Noch bevor er geboren wurde, hat Gott ihn erwählt und ihm einen Auftrag gegeben. Jeremia fühlt sich zunächst zu jung und ungeeignet, doch Gott spricht ihm Mut zu und verheißt seine Begleitung. Diese Berufungsgeschichte zeigt, dass Gott Menschen nicht nach ihrer Stärke auswählt. Er selbst befähigt diejenigen, die er ruft. So erinnert der Sonntag daran, dass jeder Mensch von Gott Begabungen empfangen hat, die in Verantwortung und Vertrauen eingesetzt werden dürfen.

Im Philipperbrief beschreibt Paulus seinen eigenen Lebensweg. Alles, worauf er einst stolz war, verliert seinen Wert gegenüber der Erkenntnis Christi. Paulus richtet seinen Blick nach vorne und strebt dem Ziel entgegen, das Gott ihm gesetzt hat. Nach evangelisch-lutherischem Verständnis wird hier deutlich: Christliches Leben bedeutet nicht Selbstverwirklichung aus eigener Kraft, sondern das Leben aus der Gnade Christi. Die eigenen Fähigkeiten und Erfahrungen werden nicht zum Mittel des eigenen Ruhmes, sondern zum Dienst im Glauben.

Das Evangelium nach Matthäus erzählt die Gleichnisse vom Schatz im Acker und von der kostbaren Perle. Beide Bilder machen deutlich, dass das Reich Gottes unendlich wertvoll ist. Wer diesen Schatz entdeckt, richtet sein Leben neu aus und ist bereit, alles andere dafür einzusetzen. So werden auch die anvertrauten Gaben zu Werkzeugen für Gottes Reich. Der Mensch lebt nicht mehr nur für sich selbst, sondern aus der Freude über das Geschenk Gottes.

Der 9. Sonntag nach Trinitatis lädt dazu ein, die eigenen Fähigkeiten, Möglichkeiten und Lebenswege im Licht Gottes zu betrachten. Jeder Mensch ist von Gott begabt und berufen. Wo Menschen ihre Gaben im Vertrauen auf Christus einsetzen, können Hoffnung, Hilfe und Gemeinschaft wachsen. Nicht menschlicher Erfolg entscheidet letztlich über den Wert eines Lebens, sondern die Treue Gottes, die Menschen ruft, begleitet und in seinen Dienst stellt.

Α
Ω
9. Sonntag nach Trinitatis
Trinitatiszeit
Wochenspruch
„Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern.“
Lukas 12,48b
Bildeindruck
9. Sonntag nach Trinitatis
Anvertraute Gaben einsetzen – Jeder Mensch ist von Gott begabt und berufen, seine Gaben im Vertrauen auf Christus einzusetzen

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