Wochenspruch
„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“
2. Korinther 5,17
Christi Himmelfahrt – Als Jesus begann, wieder von Zuhause aus zu arbeiten

Nach der Auferstehung Jesu am Ostersonntag erschien er 40 Tage lang immer wieder den Jüngern, um sich als lebendig zu erweisen und um vom Himmelreich zu reden (Apostelgeschichte 1, 1–11). Dann ist er vor ihren Augen in den Himmel aufgefahren, wie auf dem Altar in St. Martin dargestellt: Christi Himmelfahrt – oder: Als Jesus begann, wieder von Zuhause aus zu arbeiten.

In der Himmelfahrtkapelle auf dem Ölberg in Jerusalem ist der letzte Fußabdruck Jesu auf Erden im Stein zu sehen. Dieser Abdruck ist Sinnbild für den Eindruck, den er unauslöschlich in die Herzen der Apostel und in den Glauben der Kirche geprägt hat. In seiner Himmelfahrt hat Jesus nicht nur sein Erlösungswerk vollendet, sondern auch die menschliche Natur zur göttlichen Herrlichkeit erhoben. Er ist das Haupt seines mystischen Leibes – nämlich der Kirche – und er hat sich zur Rechten des Vaters gesetzt.

Jesus war vom Himmel gekommen und ist nun in den Himmel heimgekehrt, damit hat er uns den Himmel näher gebracht. Er ist vorausgegangen, um auch uns seiner Göttlichkeit teilhaftig zu machen. Im festen Glauben sollen wir tatsächlich dem Geiste nach im Himmel wohnen und mit ganzer Entschiedenheit suchen, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes (Kolosser 3, 1).

Als Christus vor den Augen der Jünger entrückt wurde, sprachen die Engel von seiner Wiederkunft (Matthäus 24, 27 und 30). Und bis dahin gilt, den Missionsbefehl, den Jesus seiner Kirche wie ein Vermächtnis erteilt hat, treu auszuführen und IHN „bis ans Ende der Erde“ (Apostelgeschichte 1, 8) vor aller Welt zu bezeugen.

Schon bei Christi Himmelfahrt war ihm bewusst, dass der Auftrag dieser Zeugenschaft die menschliche Kraft übersteigt, und Jesus gebot den Aposteln, die Herabkunft des Heiligen Geistes zu erwarten. Und mit gutem Grund bereitet sich nun die Kirche – gemeinsam mit den Aposteln – auf Pfingsten, den Tag der Ausschüttung des Heiligen Geistes, vor.

Ein Pfarrer schreibt im Religionsunterricht das Wort „Himmel” an die Tafel und bittet die Schüler, Sätze damit zu bilden. Es kommen: „Der Himmel ist blau.” – „Vom Himmel regnet es.” – „Nach dem Tod kommen wir in den Himmel.” – „Gott ist im Himmel.” Der Pfarrer fragt: „Ist euch aufgefallen, dass wir das eine Wort ,Himmel‘ gebrauchen und doch zwei ganz verschiedene Dinge meinen?” Nach einigem Überlegen antwortet ein Schüler: „Einmal meinen wir den Himmel, den wir mit diesen Augen sehen können – das andere Mal den Himmel, den wir nur mit den Augen des Glaubens sehen können.”

Das sind Beschreibungen dieses „anderen Himmels”: Da bin ich glücklich, da weiß ich mich geliebt und angenommen. Himmel in diesem Sinn ist der Ort, wo ich ganz ich selbst sein darf. In diesem Himmel lebt Jesus – das und nichts anderes feiern wir Christen heute am Fest Christi Himmelfahrt. Jesus, der auf dieser Erde gelebt, die Botschaft von der Liebe Gottes verkündet und Menschen mit seiner Liebe gesund und froh gemacht hat; dieser Jesus, der schließlich am Kreuz getötet wurde, lebt jetzt ganz in der Liebe Gottes.

Dass Jesus im Himmel ist, ist kein Grund zur Trauer. Es ist ein Grund zur Freude. Denn wenn Jesus Gott ganz nahe ist, dann ist er uns Menschen nicht fern. Dann ist er auf eine neue Weise nahe – mit den Augen des Herzens zu erkennen. „Brännte uns nicht das Herz, als er uns unterwegs die Schrift erklärte?” So sagten die beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus. Und so gilt auch heute: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.” (Matthäus 28, 20)

Jesus ist beim Vater und er ist uns nahe: in unserem Herzen, in unserer Gemeinschaft, beim Beten, beim Gottesdienst, in Gesprächen, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind – und selbst dann, wenn wir es nicht ahnen. Darum kehren die Jünger im heutigen Evangelium (Lukas 24, 44–53) „in großer Freude” vom Ölberg nach Jerusalem zurück. Sie preisen Gott – und sie werden zu Zeugen dieses Jesus. Heute werden wir eingeladen, unser Leben neu unter diesem Vorzeichen zu sehen. Deshalb haben wir Grund zur Freude und können Gott preisen!

Α
Ω
Christi Himmelfahrt
Osterfestkreis – Österliche Freudenzeit
Tagesspruch
„Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“
Johannes 12,32
Hinweis
Christi Himmelfahrt ist ein gesetzlicher Feiertag und fällt stets auf einen Donnerstag, 40 Tage nach Ostern.
Bildeindrücke
Christi Himmelfahrt
Christi Himmelfahrt – Altarbild St. Martin

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