Die Texte am Montag der Karwoche beschreiben das Leiden des Herrn. Im Mittelpunkt steht die Salbung Jesu mit Öl als Liebestat der Maria Magdalena aus dem heutigen Evangelium (Matthäus 26, 6–13; vgl. Johannes 12, 1–8) – im Kontrast zur Haltung der Jünger und im noch stärkeren Gegensatz zum Handeln des Judas Iskariot, der Jesus verraten wird.
Maria Magdalena salbt Jesus mit kostbarem Öl. Die Jünger urteilten, es sei Verschwendung. Und Jesus erwidert ihnen: „Sie hat doch ein gutes Werk an mir getan. … Damit, dass sie dieses Salböl auf meinen Leib goss, hat sie mich zum Begräbnis bereitet.“ Jesu Worte bestätigen die alttestamentlichen Texte aus Jesaja 50, 5–10, die die Passion Christi zeichnen.
Hoffnung schenken die Worte aus Jesaja 42, 1–7 und die Epistel Römer 5, 6–11: Gott wird Jesus zum Bund für das Volk setzen, als Licht für die Heiden; er wird die Augen der Blinden öffnen, die Gebundenen aus dem Gefängnis führen und aus dem Kerker, die in der Finsternis sitzen. Christus ist für uns gestorben, durch sein Blut sind wir gerechtfertigt, durch seinen Tod mit Gott versöhnt worden – wenn wir glauben und ihm nachfolgen.
So schauen wir noch einmal in die Geschichte des Evangeliums: Die Liebe gibt, die Liebe ist verschwenderisch, die Liebe rechnet nicht, die Liebe gibt freimütig – wer liebt, handelt wie Maria Magdalena. Am Tisch dieser Gemeinschaft sitzt Lazarus, der von den Toten auferweckt wurde und Zeuge des Lebens ist, das Jesus schenkt. Da sind Maria und Martha, die Gastgeberinnen – Maria erweist Jesus die Liebestat der Salbung und weist damit prophetisch auf Jesu Tod hin. Und da sind die kritischen Jünger, unter ihnen Judas Iskariot. Kurz gesagt: Wer nicht mehr liebt, kann die Liebe anderer auch nicht mehr verstehen.
Und auch wir selbst sind mit am Tisch des Gastmahls. Aber mit welcher inneren Haltung? Als Freunde Jesu und Zeugen des Lebens? Oder sind wir müde und gleichgültig geworden? Können wir unsere Liebe an der Liebe Marias messen – und aufrichtig sagen: „Der Herr ist mein Licht und mein Heil“? (Psalm 27,1)