Wochenspruch
„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“
2. Korinther 5,17
Name und Bedeutung

Die Bezeichnung Karwoche stammt vom althochdeutschen Wort Kara – Trauer, Klage, Wehklage. In dieser Woche trauert die Kirche um ihren Herrn und trägt Reue um ihre eigene Schuld. Daneben gibt es eine zweite Deutung, die das Wort auf das lateinische caro (Fleisch) zurückführt und es mit der Kreuzigung des Fleisches in Verbindung bringt. Beide Deutungen legen jedoch eine einseitige Betonung nahe: die erste das Traurige, die zweite eine leibfeindliche Askese. Treffender ist darum die Bezeichnung Heilige Woche, denn sie umfasst die ganze Weite dieser Tage: die tiefe Trauer des Karfreitags ebenso wie die festlichen Höhepunkte des Gründonnerstags – mit der Einsetzung des Heiligen Abendmahls und der damit erfahrbaren Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott – und die Osternacht mit ihrer Verheißung des ewigen Lebens.

Die Heilige Woche ist der Höhepunkt des Kirchenjahres. Das gesamte Kirchenjahr führt auf diese Woche hin und empfängt von ihr seine Mitte. Von hier aus entfaltet sich dann in der Österlichen Freudenzeit und durch die ganze Trinitatiszeit die Konsequenz dessen, was in diesen acht Tagen geschehen ist. Wer die Heilige Woche bewusst mitbegeht, empfängt Kraft und Mut, den Weg durch die Leiden dieser Welt zur Gemeinschaft aller Heiligen in der Auferstehung mit unserem Herrn Jesus Christus zu gehen.

Geschichte und Ursprung

Der Ursprung der Heiligen Woche liegt im Osterfest selbst – dem ältesten und zentralen Fest der Christenheit, dem schon Johannes in der Offenbarung (Offenbarung 1,10) als dem Tag des Herrn gedenkt. Schon früh wurde dem Osterfest das Gedächtnis des Leidens Jesu vorangestellt, als die Kirche erkannte, dass sie zwar nicht vom Weg des Leidens befreit ist, in der Auferstehung aber eine große Verheißung trägt.

Augustin sprach im 5. Jahrhundert vom heiligen Triduum – den drei Tagen des gekreuzigten, begrabenen und auferstandenen Christus. Im kirchlichen Gebrauch verlagerte sich dieses Dreitagefest auf Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag, wenngleich das dem ursprünglichen Sinn des Triduums nur bedingt entspricht. Bereits im 3. Jahrhundert feierte man in Jerusalem die gesamte Heilige Woche, beginnend mit dem Einzug Jesu in Jerusalem am Palmsonntag und endend mit der Feier der Osternacht. Man bemühte sich, den Weg Jesu so unmittelbar wie möglich nachzugehen – das Volk zog mit dem Bischof hinab an den Ölberg und unter Jubelgesang wieder hinauf, doch führte der Weg stets zur Grabeskirche, um sinnfällig zu machen: Jesu Königtum ist durch das Kreuz begründet.

Die Osternacht wurde in der Grabeskirche gefeiert, denn nirgendwo sonst kann die Auferstehung so greifbar werden wie an der Ruhestätte der Toten. Bis heute wird die Osternacht vielerorts in der Friedhofskapelle oder am Friedhof begangen.

Die Tage der Karwoche

Die Karwoche beginnt mit dem Palmsonntag und dem Gedächtnis des Einzugs Jesu in Jerusalem. An den Wochentagen Montag bis Mittwoch kann in besonderer Weise der Passion gedacht werden: An jedem dieser Tage wird zu einer passenden Stunde – der Sterbestunde Jesu am Nachmittag – eine der Passionserzählungen gelesen.

Am Montag wird der Salbung Jesu in Bethanien gedacht (Markus 14, 3–9) und die Passion nach dem Johannesevangelium (Kapitel 18 und 19) verlesen. Am Dienstag folgt die Passion nach Lukas (Kapitel 22 und 23). Am Mittwoch wird die Passion nach Markus (Kapitel 14 und 15) gelesen. Alternativ kann auch eine Passion abschnittweise über die drei Tage verteilt werden – etwa das lukanische Passionsbericht in drei Teilen: Montag Lukas 22, 1–38; Dienstag Lukas 22, 39 – 23,12; Mittwoch Lukas 23, 13–56.

Den Höhepunkt der Karwoche bilden die Tage des Österlichen Triduums: Gründonnerstag mit der Feier des Letzten Abendmahls, Karfreitag als Tag des Leidens und Sterbens Jesu am Kreuz, und der stille Karsamstag – der Tag der Grabesruhe – als Schwelle zur Osternacht.

Die liturgischen Farben wechseln in der Karwoche je nach dem Fest: Violett als Farbe der Passion und Buße steht bis Palmsonntag. Am Gründonnerstag wechselt die Farbe zu Weiß als Zeichen der Freude über die Einsetzung des Heiligen Abendmahls. Am Karfreitag wird Rot – die Farbe des Blutes und des Martyriums – oder auch Schwarz verwendet. Der Karsamstag ist farb- und schmucklos.

Weiterfühende Informationen

Auf den Seiten zur Fasten- und Passionszeit finden Sie weitere Unterseiten zu den einzelnen Sonn- und Festtagen der Passionszeit. Die Feier der Osternacht und der österlichen Freudenzeit ist auf den Seiten zum Osterfestkreis beschrieben.

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