Der Sonntag Miserikordias Domini stellt Christus als den guten Hirten in den Mittelpunkt. In ihm zeigt sich Gottes barmherzige Zuwendung zu uns Menschen – eine Liebe, die sucht, trägt und rettet.
Der Prophet Hesekiel (Hesekiel 34, 10–16.31) spricht von Gott selbst als dem Hirten seines Volkes. Wo menschliche Hirten versagen, nimmt Gott sich der Verlorenen an: Er sucht die Irrenden, verbindet die Verwundeten und stärkt die Schwachen. „Ihr seid meine Herde“ – darin liegt Trost und Verheïßung.
Die Epistel (1. Petrus 2, 21b–25) weist auf Christus, der diesen Hirtenweg in besonderer Weise geht. Er leidet für uns und trägt unsere Sünden, damit wir zum Leben finden. „Ihr wart wie irrende Schafe; aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.“ In seiner Hingabe wird Gottes rettende Liebe sichtbar.
Im Evangelium (Johannes 10, 11–16.27–30) spricht Jesus selbst: „Ich bin der gute Hirte.“ Er kennt die Seinen und gibt sein Leben für die Schafe. Seine Stimme ruft, sammelt und führt – über alle Grenzen hinweg. In seiner Hand sind wir geborgen, und niemand kann uns daraus reißen.
So lädt dieser Sonntag ein, sich neu diesem Hirten anzuvertrauen. Christus führt auf guten Wegen, auch durch dunkle Zeiten hindurch. In seiner Fürsorge liegt Leben – heute und in Ewigkeit.