Das Ablegen der Taufkleider, die die Neugetauften zur Taufe am Ostermorgen getragen hatten, erfolgte traditionell am Samstag nach Ostern – dem Weißen Samstag. An diesem Tag erschienen die Neugetauften zum letzten Mal im weißen Gewand zum Gottesdienst, daher der Name. Nach der Taufe sprach der Pfarrer oft zum Neugetauften: „Empfange das weiße Kleid und bringe es makellos vor den Richterstuhl unseres Herrn Jesus Christus, auf dass du das ewige Leben habest!“
In Anklang an diesen Brauch berichtet das Evangelium des Osterdienstags (Johannes 20, 1–10) dass Jesus die weißen Tücher abgelegt und im Grab zurückgelassen hat: Da kam Simon Petrus und ging hinein in das Grab und sieht die Leinentücher liegen und das Schweißtuch, das auf Jesu Haupt gelegen hatte, nicht bei den Leinentüchern, sondern daneben, zusammengewickelt an einem besonderen Ort.
Wie der Neugetaufte das weiße Kleid ablegt und doch das Neue, das in der Taufe begann, weiterträgt – so hat Christus die Hülle des Todes abgelegt und ist in die Herrlichkeit des Vaters eingetreten. Die zurückgelassenen Tücher sind das stille, unwidersprechliche Zeichen: Das Grab ist leer. Der Herr ist auferstanden.
Die Epistel des Osterdienstags (1. Korinther 15, 12–19) mahnt uns, fest im Glauben zu stehen. Denn wenn Christus nicht auferstanden wäre, wäre unser Glaube nichtig – und mit ihm jede Hoffnung. Weil er aber auferstanden ist, trägt auch unser Leben eine neue, unzerstörbare Grundlage.