Wochenspruch
„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“
2. Korinther 5,17
Die Nacht der Nächte

Die beiden großen Feste unserer Kirche – das Weihnachts- und das Osterfest – beginnen im Dunkel der Nacht. Denn das ist Gottes große Zeit: In der Mitte der Nacht wurde Gottes Sohn geboren, uns Menschen gleich (Buch der Weisheit 18,14; Lukas 2,8). Im Dunkel der Nacht erstand er vom Tod; der frühe Morgen sah nur noch Christi leeres Grab (Matthäus 28,1; Markus 16,2; Johannes 20,1).

In einer einzigen nächtlichen Feier wurde das Osterfest ursprünglich begangen. Sie ist bis heute die „Nacht der Nächte“. In der Osternacht hat die Feier der Heiligen drei Tage – des Triduums – ihren Höhepunkt, und mit ihr auch das ganze liturgische Jahr. Und so beginnt Ostern mit der Osternacht.

Am ersten Tag der Woche, frühmorgens, als es noch dunkel war, kam Maria Magdalena zum Grab und sah, dass der Stein weggerollt war. Aus der Dunkelheit des Todes ist Christus zum Leben erstanden; in der Dunkelheit der Nacht brach ein neuer, ewiger Morgen an. Deshalb versammeln auch wir uns im Dunkel dieser Nacht, um mit unzähligen Christen auf der ganzen Welt zu wachen und zu beten, zu singen und die Auferstehung unseres Herrn zu feiern.

Denn die Osternacht ist nach ältester Überlieferung eine Nacht der Wache für den Herrn (2. Mose 12,42). Das traditionelle Osterfeuer stellt den Sieg des Lichtes über die Finsternis dar – sowohl in der Auferstehung Jesu als auch in der gnadenhaften Auferstehung unserer eigenen Seele. Am Osterfeuer wird die Osterkerze entzündet. Der lichtdurchflutete Wachsleib der Kerze als Symbol für den auferstandenen Herrn wird in das Innere der Kirche getragen. An drei Stationen auf dem Weg zum Altar verkündet der Träger als Osterherold in dreifacher Steigerung das Lumen Christi – das Licht Christi – immer höher, immer lauter und immer klarer. Ist die Osterkerze an ihrem Platz angekommen, erklingt der österliche Lobgesang – das Exsultet –, einer der bedeutendsten Gesänge der ganzen Liturgie. Er besingt das Geheimnis dieser hochheiligen Nacht. Im Anschluss wird das Osterlicht an die Gemeinde – in die Welt – verteilt.

Aus einem kleinen Funken ist ein großes, loderndes Feuer geworden. Das Licht der Osterkerze, das wir von diesem Feuer nehmen, verteilt sich in der Runde und erleuchtet die Nacht. So möge auch unser Glaube an die Auferstehung des Herrn sich unter den Menschen verbreiten, damit sie es selbst erfahren: Christus lebt.

Α
Ω
Osternacht
Osterfestkreis – Triduum Sacrum
Botschaft des Engels
„Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“
Offenbarung 1,18
Bildeindrücke
Osternacht
Auferstandener Christus
Auferstandener Christus

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