Ostern ist das Herz des christlichen Glaubens. An diesem Tag feiert die Kirche den Sieg Gottes über den Tod und den Anfang neuen Lebens. Die biblischen Lesungen führen mitten hinein in diese österliche Wirklichkeit.
Im Lobgesang der Hanna (1. Samuel 2, 1–8a) klingt bereits an, was Ostern erfüllt: Gott wendet das Geschick, er richtet die Niedrigen auf und macht lebendig. Wo Menschen am Ende sind, beginnt bei ihm neues Leben. Dieses Vertrauen zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Heilsgeschichte.
Der Apostel Paulus erinnert in der Epistel (1. Korinther 15, 1–11) an das Fundament des Glaubens: Christus ist gestorben für unsere Sünden und auferweckt worden am dritten Tage. Diese Botschaft ist kein Gedanke, sondern ein Geschehen, bezeugt von vielen. Sie trägt die Kirche bis heute und gibt Gewissheit: Der Tod hat nicht das letzte Wort.
Das Evangelium (Markus 16, 1–8) erzählt vom leeren Grab. Die Frauen kommen in aller Frühe, noch geprägt von Trauer und Ratlosigkeit – und hören die unerhörte Botschaft: „Er ist auferstanden, er ist nicht hier.“ Noch ist da Furcht und Staunen, noch kein fertiger Glaube. Aber genau hier beginnt Ostern: in der Begegnung mit dem, was alles Verstehen übersteigt.
So lädt der Ostersonntag ein, sich neu auf diese Botschaft einzulassen. Christus lebt. Darin liegt die Hoffnung, die trägt – über den Tod hinaus und mitten im Leben.