Wochenspruch
„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“
2. Korinther 5,17
Pfingsten – Der Geburtstag der Kirche

Das Wort Pfingsten stammt vom griechischen Wort pentekoste (= der fünfzigste Tag) – nämlich der fünfzigste Tag nach Ostern. Die achte Woche nach Ostern ist der zweite Höhepunkt und der feierliche Abschluss der österlichen Freudenzeit. Oder der Tag, an dem Jesus den Menschen als Zuhause wählte.

Heute findet Ostern seine Vollendung und Erfüllung: Der Geist des Herrn, der seit dem Anfang die Schöpfung erfüllte, der sich immer wieder in der Geschichte Gottes mit seinem Volk zeigte, der sich im Leben und Sterben des Gottessohnes erwies – dieser Geist soll uns heute anleiten, das Handeln Gottes in der Welt sichtbar und spürbar zu machen. Was wäre denn Ostern, wenn wir es nicht den Menschen als Erfahrung auch ihres Lebens weitergeben würden?

Die Lesungen des Tages (1. Mose 1, 1–9; Apostelgeschichte 2, 1–21; Johannes 14, 15–27) spiegeln unmittelbare Erfahrungen des Dreieinigen Gottes wider. Doch diese Geschichten und das erste Pfingstfest vor rund 2000 Jahren waren kein historisches und einmaliges Ereignis, auf das wir heute nur ehrfürchtig zurückschauen müssten. Denn Pfingsten ereignet sich überall dort, wo wir dem Geist freie Bahn lassen und die vielfältigen Gaben entfalten, die der HERR den Seinen schenkt. Für Paulus war es noch selbstverständlich: In den von ihm gegründeten Gemeinden wusste er um die Vielfalt geistgeschenkter Gnadengaben – die Gabe, Weisheit mitzuteilen; die Gabe, Erkenntnis zu vermitteln; Glaubenskraft; die Gabe, Krankheiten zu heilen; Wunderkräfte; prophetische Rede; die Fähigkeit, die Geister zu unterscheiden; verschiedene Arten von „Zungenrede“ und die Gabe, sie den Anderen zu deuten.

Diese Liste dürfen wir nahezu beliebig ergänzen – auch und gerade um Dienste, die nicht die Aura des Sensationellen umgibt: die Gabe, im Gottesdienst die Lesungen mit innerer Überzeugung vorzutragen; die Gabe, Alte und Kranke aufzusuchen und ihnen durch die eigene Gegenwart oder ein gutes Wort Kraft zu schenken; die Gabe, Obdachlosen zu helfen und ihnen ein „Obdach für die Seele“ zu bieten; die Gabe, neu in die Gemeinde Gezogene zu besuchen und aufrichtig zum Gottesdienst einzuladen. All dies und noch viel mehr wirkt der HERR selbst im Geist. Und immer dann, wenn nur eine oder einer von uns diejenige Gabe, die sie, die er empfangen hat, zum Dienst an den Schwestern und Brüdern einsetzt – immer dann ist Pfingsten!

Guter Gott, du schenkst uns deinen Geist. Du schenkst den Geist, der verwandelt und entflammt. Dieser Geist macht aus verschlossenen und ängstlichen Menschen Frauen und Männer, die auf den Straßen und Plätzen deine frohe Botschaft verkünden. Dieser Geist überwindet Grenzen und Sprachen, er versammelt die Völker und lässt sie über deine Taten staunen.

So bitten wir dich: Mach auch aus uns Begeisterte. Erfülle uns mit deinem Geist, damit wir an den Orten, an denen wir leben, begeistert und begeisterungsfähig deine österlich-befreiende Botschaft bezeugen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Α
Ω
Pfingstsonntag
Osterfestkreis – Österliche Freudenzeit
Wochenspruch
„Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth.“
Sacharja 4,6b
Bildeindrücke
Pfingstsonntag
Der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis
Pfingstsonntag
Schalldeckel mit Heilgem Geist in Form einer Taube über der Kanzel in St. Martin

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