Der erste Sonntag nach Ostern richtet den Blick auf das neue Leben, das aus der Auferstehung Jesu Christi erwächst. „Quasimodogeniti“ – „wie die neugeborenen Kinder“ – beschreibt, was Glauben heißt: aus Gottes Gnade neu geboren sein und aus dieser Hoffnung leben.
Der Prophet Jesaja (Jesaja 40, 26–31) weist auf Gottes schöpferische Kraft: Er gibt dem Müden Stärke und dem Ohnmächtigen neue Kraft. Wer auf den Herrn hofft, bekommt neue Lebenskraft, „dass er auffährt mit Flügeln wie Adler“. So wird sichtbar: Neues Leben kommt nicht aus uns selbst, sondern aus Gottes Hand.
Die Epistel (1. Petrus 1, 3–9) spricht diese Wirklichkeit ausdrücklich aus: Gott hat uns „wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten“. Diese Hoffnung trägt auch durch Anfechtungen hindurch. Sie gründet nicht im Sichtbaren, sondern im Vertrauen auf den lebendigen Herrn.
Im Evangelium (Johannes 20, 19–29) begegnet der auferstandene Christus seinen Jüngern. Mitten in Angst und Verschlossenheit tritt er zu ihnen und spricht: „Friede sei mit euch.“ Besonders deutlich wird dies im Weg des Thomas: vom Zweifel hin zum Bekenntnis „Mein Herr und mein Gott“. So zeigt sich: Glaube wächst in der Begegnung mit Christus – auch dort, wo Fragen bleiben.
Dieser Sonntag lädt ein, das eigene Leben im Licht der Auferstehung zu sehen: als neues Leben aus Gottes Gnade, getragen von Hoffnung und gestärkt durch die Gegenwart Christi.