Es soll nicht durch Heer oder Kaft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth. (Sacharja 4,6b)

   

Gedenktag der Unschuldigen Kinder

 

 

Im Evangelium (Matthäus 2, 13-18) zum Gedenktag der Unschuldigen Kinder lesen wir heute die Geschichte des Kindermordes zu Bethlehem:

Als die Weisen hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Josef im Traum und sprach: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter mit dir und flieh nach Ägypten und bleib dort, bis ich dir’s sage; denn Herodes hat vor, das Kindlein zu suchen, um es umzubringen.
Da stand er auf und nahm das Kindlein und seine Mutter mit sich bei Nacht und entwich nach Ägypten und blieb dort bis nach dem Tod des Herodes, auf dass erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht (Hosea 11, 1): »Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.«
Als Herodes nun sah, dass er von den Weisen betrogen war, wurde er sehr zornig und schickte aus und ließ alle Knaben in Bethlehem töten und in der ganzen Gegend, die zweijährig und darunter waren, nach der Zeit, die er von den Weisen genau erkundet hatte. Da wurde erfüllt, was gesagt ist durch den Propheten Jeremia, der da spricht (Jeremia 31, 15-17; heutige alttestamentliche Lesung): »In Rama hat man ein Geschrei gehört, viel Weinen und Wehklagen; Rahel beweinte ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn es war aus mit ihnen.«

Jesus wurde also keineswegs vom Beginn seines Lebens an von allen Menschen anerkannt und freudig begrüßt. Die meisten nahmen keine Notiz von der Geburt des Heilands. König Herodes, fühlte sich sogar bedroht. Der Bericht vom Kindermord in Betlehem mag historisch sein oder nicht. Er zeigt aber ein Muster, das sich durch das ganze spätere Leben Jesu ziehen wird. Jesus stellt die Machtausübung der Herrschenden in Frage. Das bringt ihn in große Gefahr. Herodes steht für viele andere, die sich um Gott nicht kümmern, die Willkür üben und dabei buchstäblich über Leichen gehen.

In der heutigen Feier des Gedenkens der Unschuldigen Kinder wollen wir der Schwachen gedenken, der Unterlegenen,  aller, die verfolgt, ausgebeutet und diskriminiert werden – denn Gott ist auf ihrer Seite. Wir gedenken heute auch der Kinder, die tot zur Welt kamen oder nur kurze Zeit auf der Welt waren. Wir nennen sie Sternenkinder oder Engelskinder.

Ungezählte Kinder sind seit Beginn der Welt schuldlos in den Tod gegangen, unzählige Kinder sind missbraucht und um ihre Kindheit betrogen worden. Ein Grund zum Feiern? Ja, wir feiern heute ihr Gedenken: Wir feiern, dass alle diese Kinder bei Gott zu Hause sind! Wir feiern, dass unser Gott gegen die zerstörerische Gewalt, gegen den Tod und für das Leben ist. Wir feiern, dass Gott auch denen Zukunft und Hoffnung gibt, die nach menschlichen Begriffen keine Zukunft mehr haben.

Ja, wir feiern heute ein Gedenken. Gott selbst ist Kind geworden: ein Bruder aller Kinder, ein Bruder der Kleinen und Schwachen. Wir feiern den Sieg über Angst und Machtgier. Wir feiern, dass wir Gottes Kinder sein dürfen, und machen uns auf den Weg zu unseren Menschenbrüdern und -schwestern.

So beten wir heute: Vater im Himmel, nicht mit Worten haben die unschuldigen Kinder dich gepriesen, sie haben dich verherrlicht durch ihr Sterben. Behüte die Sternenkinder in deinem Haus, lass ihnen dein Licht leuchten. Öffne unser Herz für die Kinder, die Opfer von Gewalt wurden, und gib, dass wir Dich in Worten und Taten bekennen. Wir bitten durch Christus unseren Herrn.

 

Proprium

Psalm

8, 2-10

Altestamentliche Lesung

Jeremia 31, 15-17

Epistel

Offenbarung 12, 1-6(13-17)

Tageslied

Vom Himmel kam der Engel Schar (EG 25)
Es mag sein, dass alles fällt (EG 378)

Evangelium

Matthäus 2, 13-18